Immer mehr Rentner entdecken Smartphone und Tablet für sich

Immer mehr Rentner entdecken Smartphone und Tablet für sich

Tablet und Smartphone – Geräte für jüngere Generationen? Mitnichten. Auch Rentner befassen sich verstärkt mit den elektronischen Neuheiten. Folgt man den Studienergebnissen der Initiative „D21“, so wird aber schnell deutlich, dass sich nicht alle technischen Technologien gleichermaßen durchsetzen können. „Smart Home“, also das intelligente Zuhause, ist noch immer ein Nischenprodukt.

10 Millionen Deutsche sind noch „offline“

Das mobile Internet feiert einen schon seit mehreren Jahren anhaltenden Siegeszug. Mehr als 80 Prozent aller in Deutschland lebenden Menschen sind online; rund 70 Prozent nutzen das Internet auch unterwegs mit dem Tablet oder Smartphone. Komplett offline sind – so die Schätzungen – weniger als 10 Millionen Bundesbürger. Eine Zahl, die zudem von Jahr zu Jahr kleiner werden wird.

Lena-Sophie Müller, die Geschäftsführer der „D21“-Inititative, weiß, dass all jene einen Nachteil in der Gesellschaft erleiden werden müssen, die nicht mit der Zeit gehen werden. „Auch wenn die digitale Avantgarde seit geraumer Zeit über die künstliche Intelligenz spricht, so sind es in der Offline-Welt aber noch immer genügend Menschen, die gar nicht wissen, was sich hinter dieser neuartigen Technologie überhaupt verbirgt“, so Müller.

Einmal im Jahr wird von „D21“ der sogenannte Digitalindex veröffentlicht – und das bereits seit dem Jahr 2013. Dabei sollen die Studienergebnisse einen Überblick verschaffen, wie es um den Stand der Digitalisierung bestellt ist. Untersucht werden hier etwa die Offenheit der Deutschen gegenüber den neuartigen Technologien wie Entwicklungen, den Zugang zur digitalen Welt aber auch die persönlichen technischen Kompetenzen. Um aussagekräftige Ergebnisse bekommen zu können, werden Jahr für Jahr mehr als 20.000 Interviews geführt.

Rentner mögen WhatsApp

Das wohl interessanteste Ergebnis der Studie: Die Nutzung des mobilen Internets hat zugenommen – und wird auch in naher Zukunft wohl weiterhin an Gewicht zulegen können. Vor allem sind es die älteren Semester, die sich vermehrt mit Tablets wie Smartphones auseinandersetzen. In der Altersgruppe 60 bis 69 haben 79 Prozent der Befragten angegeben, online zu sein; in der Altersgruppe 70+ waren es 45 Prozent. Besonders beliebt ist WhatsApp. Jeder Fünfte nutzt das Chatprogramm in der Altersgruppe 65+.

Jedoch haben auch knapp 10 Millionen Deutsche gesagt, sie haben „kein Interesse am Internet“, „sehen keinen Nutzen“ darin oder stufen das Internet als „zu kompliziert“ ein.

Deutsche sind überzeugt: Digitalisierung wird auch den Arbeitsplatz verändern

Geht es hingegen um die Digitalisierung der Arbeitswelt, so bleiben die Deutschen kritisch. Rund 50 Prozent der Berufstätigen vertritt die Ansicht, dass es wohl zu spürbaren Veränderungen kommen wird, die schon in den nächsten fünf Jahren eintreten werden. Das ist auch der Grund, warum sich mehr als 40 Prozent einem dauerhaften Lern- wie auch Anpassungsdruck ausgesetzt fühlen. 38 Prozent haben angegeben, neue Chancen zu erkennen – so beispielsweise den Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände verlegen zu können.

Home Office scheint zwar ausgesprochen beliebt zu sein, wird aber, wohl aufgrund des fehlenden Angebots der Dienstgeber, nur selten in Anspruch genommen. Gerade ein Sechstel aller Berufstätigen arbeitet von Zuhause aus. 56 Prozent gaben an, ihre Tätigkeit könne nicht von daheim aus ausgeübt werden; rund 25 Prozent lehnen diese neuartige Form der Arbeit auch von sich aus ab. 25 Prozent der Befragten waren es auch, die angaben, der Arbeitgeber würde nicht die erforderlichen Voraussetzungen schaffen, um den Job sodann außerhalb der Büroräumlichkeiten ausüben zu können.

Neue Alternativen bleiben oft unberührt

Es gibt aber auch Nischenprodukte, die nur von einem kleinen Teil der Deutschen in Anspruch genommen werden. Einerseits sind es Kryptowährungen, so etwa der Bitcoin – wer Bitcoin kaufen will mit PayPal, da man glaubt, der Kurs wird demnächst wieder nach oben schießen, gehört mit Sicherheit zu einer Minderheit. Der Deutsche ist nämlich noch immer ein Fan des Sparbuchs; neuartige Alternativen, die mitunter auch ein wenig riskant sind, werden fast schon kategorisch abgelehnt.

Andererseits will man aber auch keinen intensiven Kontakt mit selbstfahrenden Autos oder auch sogenannten Assistenzrobotern. Intelligente Geräte werden zwar von den Deutschen nicht direkt als Gefahr wahrgenommen, verursachen aber – zumindest bei 69 Prozent der Befragten – ein doch „sehr unangenehmes Gefühl“.

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